Treffpunkt glauben

Meine Lebenserfahrungen mit der Kirche

Für jede/n wird es beglückende und enttäuschende Erfahrungen mit seiner, mit ihrer Kirche geben. Es lohnt sich, das Auf und Ab dieser Beziehung genauer zu betrachten, etwa im Blick auf die Biografie, auf Begegnungen und Erlebnisse.

Jeder Mensch – ob Mitglied der Kirche oder nicht - hat in seinem langen Leben Erfahrungen mit "Kirche" gemacht, beglückende und enttäuschende, gelungene und misslungene Erfahrungen mit der "Institution" Kirche, Erfahrungen mit den Menschen, die die Kirche repräsentieren, vornehmlich die Pastorinnen und Pastoren. Das hat den eigenen Lebensweg im Positiven und Negativen mitgeprägt. Vielleicht hat man sich durch misslungene Begegnungen von der Kirche entfernt, hat sie sogar verlassen und ist ohne sie den eigenen Weg durchs Leben gegangen. Vielleicht ist es durch vertrauensvolle Begegnungen auch dazu gekommen, sich der Kirche wieder anzunähern, in ihr neu "heimisch" zu werden. Vielleicht ist es auch ein oftmaliges Auf und Ab von Nähe und Distanz, Freude und Enttäuschung gewesen. Sicher hat sich das im Laufe eines langen Lebens biografisch bedingt gewandelt. Es gibt Menschen, die sind in jungen Jahren aus persönlichen Enttäuschungen aus der Kirche ausgetreten und entdecken im Alter wieder – überraschend? - die "Weisheit des Glaubens". In den Traditionen der Kirche. Oder auch andersherum: In jungen Jahren mit Feuer bei der Sache, in der Gemeinde, auf den Kirchentagen, ist man im Alter plötzlich erlahmt, eine gewisse Resignation schleicht sich ein, vieles wird schal, nicht Neues mehr kann mir die Kirche bieten. Und manchmal ist es auch eine Mischung von allem. An dieser Stelle besteht die Gelegenheit, sich gegenseitig Erfahrungen mitzuteilen, dabei zu entdecken, dass es beim anderen ganz ähnlich oder auch ganz anders ist, auf diese Weise voneinander zu lernen, vielleicht auch zu staunen darüber, wie der oder die andere "es mit der Kirche, der Religion hält", sich so gegenseitig "meinen Lebensweg in und außerhalb der Kirche" mitzuteilen, auf jeden fall ab er miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei gilt, jeder und jede kann dem anderen so viel mitteilen, wie er sich traut und dem anderen zutraut. Welche Themenbereiche und Fragestellungen könnte es geben? Meine Biografie in der Kirche und mit "meiner" Kirche? Warum ich bin ich immer noch "trotz alledem" in der Kirche? Warum bin ich aus der Kirche ausgetreten, komme aber nicht von ihr los? Warum bin ich wieder in die Kirche eingetreten - trotz alledem, wegen alledem? Wo habe ich gelungene und misslungene Begegnungen mit Vertretern der Kirche erlebt? Wie hat sich im Laufe meines Lebens meine Sicht von der Kirche verändert? Was ärgert mich ständig an der Kirche – was freut mich an ihr immer wieder?

Kommentare

Bild des Benutzers lexa D
©Bild des Benutzers lexa D

Es ist schon so, dass man recht 'gemischte' Erfahrungen mit 'seiner Kirche' macht. Mit den so genannten Laien in der Gemeinde eher positive, wenn auch manchmal etwas langweilige. Mit den Kirchen-Profis in der Hierarchie eher negative (Desinteresse, anonym, genervt, wenn man etwas will) Manchmal habe ich den Eindruck, es geht viellen offiziellen Kirchenvertretern weniger um das "Evangelium" (auch wnen sie das natürlich immer wieder sagen), sondern mehr um 'Selbst'-Erhaltung des Systems Volksikrche und um ihre eigene Selbstrechtfertigung. "Ich gaube (an) die Kirche" heißt für viele:"Ich glaube an die Erhaltung der Institution Volkskirche als Körperschaft öffentlichen Rechts und dafür kämpfe ich in unserer Gesellschaft mit allen Mitteln." Ob das dann auch im Sinne Jesu ist, ist ganz weit weg. Aber wen wundert das? Denn was unterscheidet den "Gemischtwarenhandel" Volkskirche von einer Oberpostdirektion? Nichts, außer dass man in der Kirche bei allem als Zugabe noch das Sahnehäufchen "Nächstenliebe" drauf packt. Aber eben nür äußerlich und meist etwas zwanghaft. lexa D