Treffpunkt lieben

Sex im Alter

Ein Thema, über das kaum gesprochen wird. Ich möchte es hier einmal ansprechen!

Selbst wem es peinlich sein sollte: Die Lust auf Sex und Zärtlichkeit vergeht im Alter nicht.
Peinlich ist vielen von uns Älteren sexuelles Verlangen schon immer gewesen. So sind wir erzogen worden. Darüber sprach man nicht.
Sexualität kann man zwar verdrängen. Sie trägt aber trotzdem eine geheimnisvolle Kraft in sich.
Ich möchte hier einmal ein Plädoyer dafür einlegen, dass wir zu unserem sexuellen Verlangen stehen und auch im Alter diese wunderbare Gottesgabe genießen.
Es gibt einen Film von Andreas Dresen, der dieses Verlangen thematisiert. Das gefühlvolle Drama „Wolke 9“ zeigt einige Verwicklungen, in die eine Frau gerät, weil in ihrer Ehe nichts mehr läuft, sie aber trotz ihres Alters ein starkes Bedürfnis nach Zärtlichkeit verspürt.
Sicherlich klappt im Alter nicht mehr alles so wie in jungen Jahren, aber man muss trotz altersbedingter Handicaps auf nichts verzichten. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass ich mir eine erotische Phantasiereise genehmige, um neu zu entdecken, was mich erregt. Neue Spielarten können neue Lebendigkeit in das Liebesleben bringen. Genauso wichtig ist es, mit meiner Partnerin, meinem Partner darüber zu sprechen.
Was aber, wenn meine Phantasien in eine Richtung gehen, die sich mit ihm/ihr nicht erfüllen lassen?
Muss ich dann auf sexuelle Erfüllung verzichten? Gehört zur Treue „bis dass der Tod euch scheidet“ die lebenslange Bindung an den mir anvertrauten Menschen auch auf sexuellem Gebiet?
„Wolke 9“ vertritt eine andere Meinung. Eine, wie es scheint, unchristliche. Oder?

Kommentare

...und viele wichtige Fragen darin. Mehr zum Film und eine Vorschau unter diesem link http://www.wolke9.de/

Vielen Dank für diesen nachdenkenswerten Beitrag.
Beate

Lieber Horst,

den Film "Wolke 9" habe ich nicht gesehen, aber Ihre Frage ist ja allgemeinerer Art. Ich denke, "christlich" ist nicht mit einer bestimmten Moralvorstellung gleichzusetzen. Ich gehe davon aus, dass hier nicht gemeint ist, leichtfertig nur seinem Vernügen zu leben.
Bei Paulus heißt es: Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig. Das gilt auch für die Treue, die ich für einen sehr hohen Wert halte. Ich glaube, was diese Treue in der Beziehung zwischen zwei Menschen bedeutet, müssen diese beiden miteinander aushandeln. Womit beide leben können, wird sich vielleicht von den gängigen Moralvorstellungen unterscheiden. Aber vielleicht dazu verhelfen, auch die Treue zur eigene Person zu leben.